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Publikationsprogramm

ISLA – Band 1

2012 – Die globalisierte Apokalypse aus lateinamerikanischer Perspektive


 Antje Gunsenheimer, Monika Wehrheim, 
Mechthild Albert und Karoline Noack (Hrsg.)

Über die Vermarktung des Hollywood-Films „2012“ erfuhren viele Kinobesucher um den angeblich in verschiedenen nicht-europäischen Kalendersystemen vorausgesagten Weltuntergang 2012. Aber auch schon Jahre vor dem Kinoknüller begannen sich Anhänger diverser Glaubensausrichtungen im Netz zu outen und den Weltuntergang zu beschwören, sich an vermeintlich mythischen Orten zu versammeln und vorzubereiten. Zahlreiche Bücher erschienen auf dem Markt, die erklären wieso und warum es zum Weltuntergang kommen muss. Der ausbleibende Weltuntergang im Dezember 2012 führte überraschenderweise nicht dazu, Gerüchte und Endzeitvorstellungen zu beenden. Stattdessen wurden nur die Szenarien verändert und das Ereignis in die weitere Zukunft verschoben. Die Faszination um eine bevorstehende Apokalypse ist geblieben und wird nun in anderen Omen und Zeichen gesehen. Die diskutierten Ursachen eines bevorstehenden Weltunterganges sind vielfältig und reichen vom Klimawandel, der Überbevölkerung zu Ressourcenkonflikten und Wirtschaftskrisen, die wiederum aufgrund ihrer globalen Ausmaße weltweite soziale Unruhen nach sich ziehen. Es fällt dabei auf, dass die Krisenszenarien zumeist von selbsternannten Propheten der westlichen Welt ausgehen, die vorgeben sich an nicht-europäischen Weissagungen und Prophezeiungen zu orientieren. Der Sammelband in deutscher Sprache geht anhand einzelner Beiträge aus verschiedenen Disziplinen den Fragen nach, was tatsächlich in den Maya-Hieroglypheninschriften zum „Weltuntergang“ vermerkt ist und, welchen historischen jüdisch-christlichen Hintergrund unsere eigenen Apokalypse Vorstellungen haben. Weitere Beiträge behandeln die Vorstellungen ausgewählter amerindischer Gesellschaften auf das Ende der Welt von der kolonialen Vergangenheit bis in die Gegenwart und sie beleuchten, wie diese Facetten in der modernen Literatur wieder aufgegriffen werden.

 

Inhaltsübersicht

Antje Gunsenheimer und Monika Wehrheim
Was bleibt nachdem der Weltuntergang nicht stattfand?

Michael Schulz
Apokalyptische Szenarien der jüdisch-christlichen Überlieferung im lateinamerikanischen Kontext

Sven Gronemeyer
Die abgesagte Apokalypse: Der Blick der vorspanischen Maya auf das Ende des 13. Bak’tun und das autochthone Konzept von Prophetie

Kerstin Nowack
Geschichten vom Ende der Welt in den Anden

Antje Gunsenheimer
Prophetie und Heilserwartung unter den Yukatekischen Maya

Lars Frühsorge
Apokalypse 2.0: Das „Phänomen 2012“ und die modernen Maya

Joachim Michael
Die mexikanische Literatur und die Vorzeichen des Endes

Elmar Schmidt
La basura inmortal del hombre efímero. Ökologische Apokalypse, politischer Diskurs und Subjektzerfall in Homero Aridjis’ La leyenda de los soles

Markus Melzer
Ein Weltuntergang fällt ins Wasser: Beobachtungen rund um den 21. Dezember 2012 bei Dauerregen in Palenque (Mexiko)

2012 und die Maya-Forschung
Ein Gespräch mit Nikolai Grube (Universität Bonn)

Autorenverzeichnis
 


Erscheinungsdatum: Herbst 2017


ISLA - Band 2

Border Transgression: Mobility and Mobilization in Crisis


Eva Youkhana (Hrsg.)

The volume is a proceeding of the International Conference on „Border Transgressions: Mobility and Mobilization in Crisis”, held in May 7-8 2014, in Bonn University at the Interdisciplinary Latin America Center (ILZ). With an international expert team from Mexico, Ecuador, Switzerland, Spain and Germany it was discussed from an interdisciplinary perspective how notions of belonging are (re)produced and reinforced by the media and how citizenship is enacted by different forms of social, cultural and political mobilizations. In particular, the questions were attended how agency is engendered by the use of media through migrants, how citizens’ participation is connected to socio-material relations and which power asymmetries are reflected within these relations. With the presentation of case studies from European ‘host’ countries different articulations of belonging and ‘acts of citizenship’ were discussed from a translocal and comparative perspective. Additionally, an experimental part of the conference helped to examine which lessons can be learned from methods and concepts in Science and Technology Studies (e.g. from ANT, concepts such as assemblage, enactment) for future research based at the interface between mobility (migration) and social mobilization.

Contributions and Contributors

Eva Youkhana
Introduction

Lara Jüssen
Challenging citizenship through migrant labour struggles. Latin American household workers in Madrid

Gioconda Herrera
Crisis, return and citizenship: Gendered responses among Ecuadorian migrants in Spain and Ecuador

Marisa G. Ruiz Trejo
The role of Latinos’ radios in Madrid in the construction of transnational citizenship

Nancy Wence
Voices and experiences of Bolivian Migration in Spain. A view from a Postcolonial perspective

Rodrigo Fidel Rodríguez Borges
Denotar, connotar, criminalizar la inmigración. Cómo los medios de comunicación hacen cosas con palabras

Eva Youkhana
Migrants and media and in the Spanish mortgage crisis

Maria Schwertl
Using ANT and Science and Technology approaches for ethnographic studies on migration

Yvonne Riaño
Conceptualising Space in Transnational Migration Studies. A Critical Perspective

María José Guerra Palmero
Feminization of migrations, gender and transnational citizenship: a normative reflection

Juan Carlos Velasco
Borders, migration and social justice

 

Erscheinungsdatum: Winter 2017


ISLA - Band 3

Narcotráfico y narcocultura en América Latina -
Drogenhandel und “Narkokultur” in Lateinamerika


Antje Gunsenheimer und Monika Wehrheim (Hrsg.)

Drogenhandel in und aus Lateinamerika ist weit mehr als der Handel mit einer illegalen Ware. Zweifellos haben die Aktivitäten der narcotraficantes weitreichende Konsequenzen für die Staaten und die Gesellschaften, in denen sie ihr Geschäft betreiben. Die Zivilgesellschaft ist bedroht, Politiker und Polizei scheinen auf verlorenem Posten zu stehen oder sind von den Kartellen gekauft. In Mexiko wechselte eine ganze Polizeieinheit die Fronten und ging im berüchtigten Kartell der Zetas auf. In der Politikwissenschaft macht in diesem Zusammenhang das Schlagwort vom failed state die Runde. Aber, der narcotráfico geht einher mit der Herausbildung einer ganz eigenen Kultur, der narcocultura, die einerseits die Gewalt- und Kriminalitätsphänomene kritisch reflektiert, andererseits z.B. in narcocorridos zu einer Verherrlichung und Heroisierung der Drogenbosse beiträgt.
Im Sammelband, der auf einer an der Universität Bonn durchgeführten Ringvorlesung basiert, werden die verschiedenen Aspekte der lateinamerikanischen Drogenproblematik aus interdisziplinärer Perspektive beleuchtet. Beiträge aus Kultur- und Literaturwissenschaft sowie der Ethnologie, Politologie, Soziologie, Altamerikanistik und Religionswissenschaft ebenso wie aus der Biodiversitätsforschung und den Rechtswissenschaften entwickeln je eigene Fragestellungen und geben zudem einen Einblick in unterschiedliche wissenschaftliche Analysemethoden.


Mit Beiträgen von Markus-Michael Müller (FU Berlin), Charlotte Steinweg (Universität Bonn), Clara Omland (ILZ, Universität Bonn), Michael Schulz (ILZ, Universität Bonn), Adrián Herrera Fuentes (Universität Köln), José Luis Rocha (Universität Marburg), Pablo Campos Recalde (Universität Bielefeld), Mark Münzel (Universität Marburg), Eric Javier Bejerano Vargas (Universität Bielefeld), Jasmin Temelli (Universität Düsseldorf).



 

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